Vor dem Prunerhaus am Hauptplatz ist ein eiserner Glockenring mit der Jahreszahl 1693 in den Boden eingegraben. Mit ihm hat es folgende Bewandtnis: Im Jahre 1492 schenkte der in Linz weilende Kaiser Friedrich III. der St.Gangolf-Kapelle im Linzer Schloss eine Glocke, die den Namen "Kaiserin" erhielt. Da diese jedoch für den Glockenturm zu schwer war, übergab sie Kaiser Maximilian I. 1494 der Stadtpfarrkirche. Beim grossen Brand des Jahres 1509 wurde die "Kaiserin" ein Opfer der Flammen und musste neu gegossen werden. Nach einem später erfolgtem abermaligen Neuguss erhielt die "Kaiserin" im Jahr 1693 ihre jetzige Gestalt, als Melchior Schorer für die unter Pfarrer Gentilotti erweiterte und neu gestaltete Stadtpfarrkirche ein Geläute von fünf Glocken goss. Der Durchmesser der "Kaiserin" betrug 193 cm und ihr Gewicht 4760 kg. Laut Inschrift haben die oberösterreichischen Stände, der Magistrat und die Stadtbevölkerung von Linz zu dieser Glocke beigetragen. Als zu Beginn des zweiten Weltkrieges auf dem Hauptplatz ein Luftschutzbunker angelegt wurde, wäre der Glockenring beinahe ein Opfer des Krieges geworden, doch gelang es einem Anrainer im letzten Augenblick, dies zu verhindern. Im Jahr 1944 wurde der Glockenring ein paar Meter nach Norden versetzt und an jener Stelle wieder in den Boden eingegraben, an der er jetzt noch zu sehen ist