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Künstler
Josef Hafner
* 22. Mai 1799 in Enns
† 10. April 1891 in Linz

Begründer der Farblithographie in Linz

fotografiert von Leopold Zinögger im Jahr 1856


Josef Hafner wurde am 22. Mai 1799 in Enns geboren. Er besuchte die Volksschule in Baumgartenberg, wo sein
Vater als Verwalter der Strafanstalt angestellt war. Nach Übersiedlung der Strafanstalt in das Linzer Schloss
kam er mit seinen Eltern in die Landeshauptstadt Linz. Dort besuchte Josef Hafner das Untergymnasium,
gleichzeitig erhielt er auch Privatunterricht in Zeichnen. Zu seiner Weiterbildung schickte in sein Vater an
die Akademie der bildende Künste nach Wien.
Für seine gutgelungenen Arbeiten erhielt er eine kaiserliche Anerkennung und den Heinrich Füger-Preis.
Nach seiner Rückkehr errichtete er im Jahre 1827 die erste lithographische Anstalt in Linz, die er durch volle
36 Jahre erfolgreich leitete.

Die junge Anstalt ging anfangs nur unter hartem Existenzkampf langsam vorwärts und Josef Hafner war gezwungen,
Privatunterricht im Zeichnen zu erteilen, um den Lebensunterhalt und die laufenden Auslagen bestreiten zu
können.
Die lithographische Anstalt nahm trotz aller Schwierigkeiten einen langsamen aber beständigen Aufschwung.
Damals waren die Druckerpressen noch sehr primitiv, ebenso alle übrigen zum Steindruck erforderlichen Behelfe.
Es fehlten vor allem die entsprechenden Gegenstände wie Graviernadeln, chemische Tinte und Kreide.

Die Lithographien Josef Hafners waren sehr geschätzt und gesucht. Die Fotografie war damals noch nicht
entwickelt, weshalb der Lithographie umso grössere Bedeutung zukam. So schuf er etwa 180 Ortsansichten aus
Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark sowie 200 Bilder aus Linz, ein Panorama von Linz, Landkarten,
Widmungsblätter und Porträts.

Josef Hafner erhielt im Jahr 1841 eine Preismedaille für eine lithographische Karte des Bistums Linz in
Farbendruck. Diese Karte wurde als das am besten gelungene Werk angesehen, das bisher in Österreich geleistet
worden war.

Zum Verkauf seiner Erzeugnisse eröffnete Hafner am Hauptplatz ein Geschäft und ein weiteres auf dem
Minoritenplatzl in der Klosterstrasse, das bis zum Jahre 1863 dort bestand. Später erwarb Hafner ein Haus auf
der Landstrasse, wo er auch ein gutgehendes Gewerbe als Kunststeinmetz betrieb.

Josef Hafner war nicht nur der Begründer der ersten lithographischen Anstalt in Linz, er stellte auch seine
Dienste und seine Schaffenskraft dem öffentlichen Wohl zur Verfügung. Durch zwölf Jahre wirkte er im
Gemeinderat der Landeshauptstadt Linz, er war lange Zeit Ausschussmitglied der Allgemeinen Sparkasse in Linz
und des Kunst und Gewerbevereins.

Am meisten aber interessierte er sich für das Gedeihen des im Jahr 1839
gegründeten Oberösterreichischen Landesmuseums. Dort leitete er im Verwaltungsrat das Referat für die kunst-
und kulturgeschichtliche Abteilung. Dafür wurde er von der Direktion des Landesmuseums zum Ehrenmitglied
ernannt.