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Prominente Bürger und Gäste unserer Stadt
Gelehrte, Erfinder
Friedrich Johannes Kepler
auch: Ioannes Keplerus
* 27. Dezember 1571 in Weil der Stadt
† 15. November 1630 in Regensburg

deutscher Naturphilosoph, Mathematiker, Astronom, Astrologe und Optiker.

Er entdeckte die Gesetze der Planetenbewegung, die nach ihm Keplersche Gesetze genannt werden. In der Mathematik wurde ein numerisches Verfahren zur Berechnung von Integralen nach ihm Keplersche Fassregel benannt. Mit seiner Einführung in das Rechnen mit Logarithmen trug Kepler zur Verbreitung dieser neuen Rechenart in Deutschland bei. Auch machte er die Optik zum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung und half, die mit dem Teleskop gemachten Entdeckungen seines Zeitgenossen Galileo Galilei zu beweisen. In seiner Laufbahn war Kepler Mathematiklehrer an der Grazer Seminarschule (der späteren Universität von Graz), Assistent von Tycho Brahe, Hofmathematiker des Kaisers Rudolf II., Mathematiklehrer in Linz und Hofastrologe von General Wallenstein


Kepler in Linz (1612 - 1627)
1611 verstarben ein Sohn und seine Frau, sie hinterließ ihm zwei Kinder. An der Universität Tübingen hielt man wenig von seinen antiaristotelischen Ansichten und ließ ihn nicht als Professor zu. Ein Jahr später nahm er eine Stelle als Mathematiker in Linz an (bis 1626). Im Jahr 1613 heiratete er die Eferdinger Bürgerstochter Susanne Reuttinger. Von den sechs Kindern, die sie ihm gebar, überlebte nur eines.

Von 1615 an musste er sich um die Verteidigung seiner Mutter Katharina kümmern, die unter dem Verdacht der Hexerei eingekerkert war. (In einer Romanfigur in Keplers Schrift Somnium („Der Traum“), der eine magische Reise zum Mond beschreibt, meinte die Anklage Keplers Mutter wieder zu erkennen.) Im Oktober 1620 konnte er ihre Freilassung durchsetzen. Dabei kam ihm ein juristisches Gutachten der Universität Tübingen zu Hilfe, das wohl auf seinen Studienfreund Besold zurückgeht. Keplers Mutter verstarb schon ein Jahr später an den Folgen der Folter.

In Linz häuften sich die Probleme: er hatte Schwierigkeiten, seine Geldforderungen einzutreiben, seine Bibliothek wurde zeitweise beschlagnahmt und seine Kinder zur Teilnahme an der katholischen Messe gezwungen. Die Familie flüchtete nach Ulm. Eine Professur in Rostock kam nicht zustande.

Kepler und Wallenstein (1627 - 1630)
Im Jahr 1627 fand er jedoch in Albrecht von Wallenstein einen neuen Förderer. Der erwartete von Kepler zuverlässige Horoskope und stellte im Gegenzug in Schlesien eine Druckerei zur Verfügung. Als jedoch Wallenstein im August 1630 seinen Posten als Generalissimus verlor, reiste Kepler nach Regensburg. Wenige Monate später verstarb er dort im Alter von 59 Jahren; sein Grab ging in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges bald unter (sein Sterbehaus ist eine viel besuchte Gedenkstätte).

Seine selbstverfasste Grabinschrift lautet:

Mensus eram coelos, nunc terrae metior umbras.
Mens coelestis erat, corporis umbra iacet.
(„Die Himmel hab ich gemessen, jetzt meß ich die Schatten der Erde. Himmelwärts strebte der Geist, des Körpers Schatten ruht hier.“)