Durch seine Heirat mit Maria von Burgund erweiterte Maximilian I. als erster das habsburgische Herrschaftsgebiet, dessen Ausdehnung ungefähr dem heutigen Österreich entsprochen hatte, nach Westeuropa. Er setzte seine politischen Ansprüche nicht nur mit moderner Kriegstechnik durch, sondern bediente sich der Künste zur Rechtfertigung seiner Handlungen und zur Sicherung seines Nachruhms. Unter den vielen für Maximilian I. tätigen Malern, Bildhauern und Holzschneidern war Albrecht Dürer der führende. 1518 porträtierte er den Kaiser auf dem Augsburger Reichstag in einer Kreidezeichnung, die als Vorlage für das erst nach dem Tod des Kaisers vollendete Bildnis diente. Maximilian ist nicht im kaiserlichen Ornat, sondern als vornehmer Privatmann in einem pelzbesetzten Mantel wiedergegeben. In der Hand hält er anstelle des Reichsapfels einen Granatapfel als Symbol von Macht und Reichtum.