Andreas Reischek war ein ausgezeichneter Naturbeobachter und Alpinist, passionierter Jäger und professionieller Tierpräparator, fanatischer Sammler und furchtloser Forscher mit bewunderungswürdiger Ausdauer und großer Risikobereitschaft. Sein gesamter Neuseelandaufenthalt dauerte von 18. April 1877 bis 20. Februar 1889. Andreas Reischek bekam die Erlaubnis des Königs Tawhiao das für Europäer verbotene Maori-Königsland im Zentrum der Nordinsel Neuseelands bereisen und sowohl naturkundliche als auch ethnographische Belege zu sammeln. Andreas Reischek wurde von König Tawhiao mit ausgesuchter Gastfreundschaft behandelt. Die feierliche Überreichung der Schwanzfedern des Huia-Vogels und die Verleihung des Ehrentitels "Ihaka Reiheke Te Kiwi Rangatira Autiria" ("Andreas Reischek, der Schnepfenstrauß, Fürst von Österreich") vertiefte noch zusätzlich die offensichtliche gegenseitige Wertschätzung. Reischeks Sohn bezog sich immer wieder auf diese freundliche Geste und interpretierte sie in seinen Büchern, Zeitungsartikeln und Journalen als Verleihung einer (erblichen) Häuptlingswürde. Diese Ansicht wird aber von den Maori nicht geteilt, da er auch Maori-Grabstätten durchstöberte und zwei mumifizierte Maori-Leichname außer Landes brachte.