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Prominente Bürger und Gäste unserer Stadt
Künstler
Johann Baptist Reiter
* 28. Mai 1813 in Urfahr/Linz
† 10. Januar 1890 in Wien



Selbstbildnis 1842

Johann Baptist Reiter war der Sohn eines Tischlermeisters. Im väterlichen Betrieb absolvierte er eine dreijährige Lehre in Linz, nach der er dort Möbel, Schiffsschnäbel, Firmenschilder und Totenkreuze bemalte. Durch den Kunsthändler Josef Hafner angeregt, ging Reiter nach Wien, wo er die Akademie besuchte. Seine Lehrer waren Leopold Kupelwieser, Anton Petter und Thomas Ender. Ab 1830 ging er auch an die Graveurschule und verdiente seinen Lebensunterhalt als Porzellanmaler. Wahrscheinlich auf Vermittlung von Leopold Kupelwieser wurde Reiter zwischen 1834 und 1837 ein Stipendium der Oberösterreichischen Landstände gewährt. Ab dieser Zeit beteiligte er sich auch an Ausstellungen und gewann 1836 den Lampi-Preis für Modellzeichnen. 1839 heiratete er die Linzerin Maria Anna Hofstötter. Nachdem er mit seinen Gemälden zunehmenden Erfolg hatte und gut verdiente, führte er in Wien ein großes Haus mit vierspänniger Equipage und einem Mohren als Diener. 1848 sympathisierte er mit den Revolutionären. Nach 1850 verließ Reiters Frau den Künstler und dieser heiratete 1866 Anna Josefa Theresia Brayer, deren Verschwendungssucht Reiter zwang, immer mehr Aufträge anzunehmen und auch Kopien nach alten Meistern anzufertigen. Zwischen 1850 und 1870 stellte er regelmäßig im Österreichischen Kunstverein aus. Reiter starb ein Jahr später als seine zweite Gattin und wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben.

Johann Baptist Reiter wurde künstlerisch vor allem von Ferdinand Georg Waldmüller, Johann Peter Krafft und Michael Neder beeinflusst. Nachdem er sich anfangs erfolglos mit religiösen Historienbildern versuchte, hatte er dann mit sentimentalen, realistischen Porträts mehr Glück. Das Studium der Niederländer des 17. Jahrhunderts verhalf ihm zu einer ausgefeilten Technik. Mit Genrebildern von einfachen Leuten wie Bediensteten und Arbeitern, mit Miniaturen und Kinderbildern fand Reiter schließlich sein ihm gemäßes Arbeitsgebiet, das ihn zu einem der erfolgreichsten Biedermeiermaler in Wien machte. Auch in seinem Spätwerk hielt er an einem Realismus fest, ohne seine Palette im Geist der Zeit aufzuhellen.



Selbstbildnis 1879
Aus dem Buch
"Bilder des Lebens"
JOHANN BAPTIST REITER
und der Realismus des 19. Jahrhunderts

 
 
 
 

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