Ein österreichisches Erfinderschicksal
Der Betriebsleiter der Tramway-und Elektricitäts-Gesellschaft Linz-Urfahr beendete seine Ansprache mit einem dreifachem Hoch auf den Präsidenten der Gesellschaft. Dann setzte sich, am 29. Mai 1898, der Wagen in Bewegung, zur ersten Fahrt mit der Pöstlingbergbahn. Der Name Josef Urbanski wurde an diesem Tag nicht erwähnt. Er war ja auch nur der, der die Idee gehabt hatte für diese Bahn auf den Linzer Hausberg, der den Bau konkret geplant hatte. Ein typisch österreichisches Erfinderschicksal.
In Anerkennung ”der vielen Mühen, welche die Entwickling des Projectes forderte”, wurde Josef Urbanski von der Gemeindeverwaltung Linz der Betrag von 100 Gulden zuerkannt.
Der Linzer Kulturverwaltungsdirektor und bekannte Stadtforscher Wilhelm Rausch, dem die Ehrenrettung Josef Urbanskis zu danken ist, hat nachgerechnet, wieviel das war. Der Erfinder konnte sich auf der von ihm ersonnenen Bergbahn 200 Hin-und Rückfahrkarten leisten in Verbindung mit je einer Straßenbahnfahrt.
Er hätte sich dafür aber auch 1000 Zigaretten kaufen können, sogar von einer besseren Sorte...
Urbanski hatte in einem Schreiben daran erinnert, daß ihm ”der löbliche Gemeindeauschuß” seinerzeit einen Betrag zu den Trassierungskosten der von ihm projektierten Pöstlingbergbahn ”in gütige Aussicht gestellt” hatte. Die 100 Gulden waren die Antwort.
Der Brief an den ”löblichen Gemeinde – Ausschuß” ist mit 16. November 1896 datiert. Urbanski hatte zu dieser Zeit in der Steingasse, im Haus Nr. 19, gewohnt. Die versteckte Gedenktafel, die an die Verdienste dieses Mannes erinnert, ist jedoch im Hause Altstadt 17 zu finden, jenem Haus, in dem Mozart seine ”Linzer Sinfonie” komponiert hatte