...Die Bauern von Zizlau und St. Peter versorgten gut ein Drittel der Linzer Bevölkerung mit Gartenprodukten... (Tagblatt 1953)
...durch den Ankauf der Funkeschen Fabrik in Zizlau 1884, welche Herr Estermann durch Zu- und Umbauten zu einer Fabrikanlage ersten Ranges machte...gelang der Übergang zur Großindustrie...Wirtschaftsseifen, Kernseifen, Bären-Renntierseifen.. Kokos Glycerin Seifen, aber auch Margarine Rindschmalz...Hauptabnehmer f. Glycerin gelten die Sprengstofffabriken..(Tagespost 1905)
...(andernorts:) Trotz der beschränkten Mittel und den recht ungünstigen Bedingungen die das in St. Peter bei Linz erworbene Fabriksgelände nebst einer ....Fabrikanlage bot, ist es gelungen, das erste Saccharin in der Rep. Österreich noch im Oktober 1919 zu erzeugen. Das Produkt... hielt den Vergleich mit den lange eingeführten Saccharin Erzeugnissen der Schweizer Fabriken in jeder Hinsicht aus. ...weitere Erzeugung von Eisenvitriol, Salzsäure,Salmiak..(Zeitungsanzeige der Saccharinfabrik Esseff 1924 )
...dann ging die Arbeit in Linz los. Da wohnten 4500 Menschen auf dem Gelände, drei Dörfer, St. Peter, Zizlau, ein Teil von Kleinmünchen, soundsoviele Bauernhöfe, eine Zuckerfabrik, eine Seifenfabrik von Estermann, eine Spinnerei am Mühlbach und es war meine Aufgabe, diese Grundstücke zu erwerben u. die Leute ....angemessen zu entschädigen (Joh. Meissner)
(aus weiteren Augenzeugenberichten, welche 1995 notiert wurden) ...und dann ist die Mitteilung gekommen, Hr. Hofinger, am 28.11. steht der Möbelwagen vor der Tür. Da wird es zum Umziehen - das haben wir akzeptiert. Wir haben unsere Habseligkeiten zusammengepackt und am nächsten Tag ist der Möbelwagen um 7 dagestanden. Oben, über unseren Köpfen haben die Arbeiter das Ziegeldach abgetragen ... Wir sind .... heraufgefahren ins Keferfeld und ins Haus eingezogen. Am Abend desselben Tages bin ich noch einmal hinuntergefahren, aber da ist vom Haus nichts mehr gestanden, da ist bereits ein Eisenbahngleis gelegen, dort wo wir in der Früh gewohnt haben (Gustav Hofinger)
.... Wenn wir auch bemüht waren, jeden einzelnen Fall korrekt und menschenwürdig abzuhandeln, so musste den Bewohnern ... doch Dinge zugemutet werden, welche heute undurchführbar erscheinen. ... im Frühsommer 1938 stehe ich Samstag früh vor drei Wohnhäusern in St. Peter, die Hausfrauen hängen die Wäsche auf, und denken nichts böses.. Da sagte ich ihnen: Ihr könnt nicht mehr solange warten, bis die Wäsche trocken ist - morgen abend muss das Haus geräumt sein, am Montag wird es gesprengt, weil die Drei Häuser in der Hochofenachse liegen. Die hielten mich für verrückt. Als sie merkten, wie ernst es mir war sagten sie "ja wo sollen wir denn hin" (Johannes Meissner 1962)