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Wollzeugfabrik

Ansicht des Gesamtareales. (1795)
Das Gebäude rechts neben dem Hauptgebäude steht heute noch

Im Jahre 1672 erhielt der Linzer Bürger und Handelsmann Christian Sindt ein kaiserliches Fabriksprivilegium für die Herstellung von "guten gerechten Cadis" (gekörperter dicker Wollstoff).
Am 4, November 1716 ging das Linzer Unternehmen an das Wiener "Soldatten Spital und grosse Armenhaus" über und am 30. November 1722 übernahm die "Privilegierte Orientalische Compagnie" im Auftrag Kaiser Karl VI die Wollzeugfabrik. Die Fabrik lag auf der "Woerd" einer kleinen Insel zwischen den zwei Donauarmen. Von der Orientalischen Compagnie erhielt der Linzer "Baumeister Johann Michael Prunner, Maurermeister in Linz" den Auftrag ein neues solides Gebäude zu errichten
In der Nordecke des Südostflügels wurde der Grundstein gelegt. Der Trakt nahm das Press- und Mangelhaus und den Wintertrockenboden mit der Heissluftheizung auf. Der Südwestflügel der grossen Vierflügelanlage beherbergte die Färberei und das Küperhaus. Der Nordostflügel die Färbereiwerkstätte, die Appretur und Warenmagazine. Der nordwestliche Hauptflügel die Verwaltung und Registrierung des Unternehmens. Im Jahre 1754 wurde das Unternehmen verstaatlicht
Die Wollzeugfabrik war der umfangreichste Bau des Linzer Barockbaumeisters Johann Michael Prunner und wurde 1726 vollendet.
Seit 1855 ist die Wollzeugfabrik teilweise als Tabakfabrik und zum Teil als Kaserne verwendet worden. Durch Bombentreffer im Jahre 1944 schwer beschädigt, diente das notdürftig, vor dem Verfall gesicherte Gebäude bis in die 60er Jahre als Flüchtlingsheim bzw. als Wohnhaus für sozial schwache Menschen.
Dann war eigentlich geplant das Gebäude zu sanieren und es hätte Heimstadt für die geplante Kunstakademie werden sollen.
Das einzigartige Gebäude wurde 1969 vom Bundesheer gesprengt.

Sprengung der Wollzeugfabrik im Jahr 1969,
mehr darüber finden sie in der Homepage des Feuerwehrmuseums:

http://feuerwehrmuseum.atsites.de/stories/storyReader$740

Wollzeugfabrik in den 60er Jahren kurz vor dem Abriss
Wollzeugfabrik
ebenfalls knapp vor dem Abriss aufgenommen


Quelle: aus dem Buch
"Geschichte der Stadt Linz Teil 1"

und in den 50er Jahren
Ostfassade
Hauptportal
Aufnahme nach dem II.Weltkrieg,
während der Besatzungszeit
Warenzettel der Wollzeugfabrik
(Kupferstich)
Muster eines sog. Samt-Teppichs der Wollzeugfabrik um 1818
Biedermeierliche Ansicht der Wollzeugfabrik
Quelle: OÖ Kulturzeitschrift