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Linzer Torte, Brucknerhaus und Mariendom – es gibt verschiedene Gründe, warum die Stadt sich heutzutage einer großen Popularität erfreuen kann. Hier möchten wir dir ein wenig von der Geschichte von Linz und seiner Entwicklung erzählen, denn die Landeshauptstadt von Oberösterreich (und insgesamt drittgrößte Stadt des Landes) hat eine lebendige Historie.

Die Geschichte von Linz ist geprägt von zahlreichen Veränderungen – vor allem im 20. Jahrhundert erlebte die Stadt einen enormen Wandel bis hin zum heutigen Ruf als kultureller Hotspot mit zahlreichen Festivals, Veranstaltungen und Auszeichnungen.

Ein Ausflug in die Vergangenheit

Um über Linz zu berichten, könnte man bis weit ins Mittelalter zurückgehen. Sogar in der Antike wurde die Stadt bereits unter dem Namen „Lentia“ erwähnt, doch wir starten im 18. Jahrhundert, als Linz sich dadurch auszeichnen konnte, die erste Textilfabrik Österreichs zu beheimaten. Der erste Schritt in Richtung Industrialisierung, die die Stadt lange prägen sollte, war damit getan. Es folgten die Einführung der Dampfschifffahrt und der Bau einer Pferdestraßenbahn im Jahr 1880.

Dies geschah zu einer Zeit, als sich hier eine Industrie ansiedeln sollten, die lange das Gesicht der Stadt prägte: Stahl und Metallverarbeitung. 1840 wurde zum Beispiel die erste Schiffswerft gegründet. In diesem Zusammenhang muss auch die Verbindung mit dem Nationalsozialismus genannt werden. Hitler erklärte Linz zu seiner „Patenstadt“ und dachte der Stadt eine große Bedeutung zu. Seine Pläne umfassten unter anderem den Bau von Prachtstraßen, des „Führermuseums“ und die Errichtung und Umgestaltung von Industriebetrieben (zum Beispiel zu Rüstungsbetrieben). Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert arbeitet Linz diese Vergangenheit auf und setzt sich intensiv mit dieser Zeit auseinander. Zahlreiche Denkmäler, Aktivitäten und Projekte zeugen von der Erinnerungsarbeit. Im Jahr 1986 erklärte Linz sich selbst zur Friedensstadt und setzt sich seither intensiv für grundsätzliche Friedensmaßnahmen ein.

Von der Stahlstadt zum Kulturzentrum

Das industrielle Image, das Linz zur Zeit des Zweiten Weltkriegs besaß, wirkte noch länger nach. Die Stadt galt als schmutzig, staubig und grau; nicht zuletzt auch wegen der Ansiedlung der Stahlwerke Voestalpine AG. In den 1970er Jahren wurden erste Veränderungen vorgenommen, um die Umwelt zu verbessern und das kulturelle Angebot zu erhöhen. Heutzutage gilt Linz als eine der saubersten Städte Österreichs, was den Erfolg der ökologischen Anstrengungen deutlich macht.

Im Bereich Kultur entwickelte sich daraufhin auch eine Menge. Seit 1986 findet jährlich das internationale Medienkunstfestival Ars Electronica statt, das für große Aufmerksamkeit sorgt. Im Jahr 2004 startete das jährliche Filmfestival „Crossing Europe“, und seit 1977 finden sich immer wieder viele Fans im Herbst zum Internationalen Brucknerfest zusammen. Seit 1979 liefert die „Klangwolke“ (eine Musikveranstaltung) den Startschuss für dieses populäre Kulturereignis. Zudem konnte die Stadt sich 2009 mit dem Titel „Europäische Kulturhauptstadt“ schmücken. Das sind nur einige wenige der unzähligen kleinen und großen Events und Auszeichnungen, die Linz heute zu einer so bunten und vielfältigen Stadt machen, in der es immer etwas zu erleben gibt.

Des Weiteren finden sich in der Stadt viele beeindruckende Museen, wie das Ars Electronica Center, das sich der Verknüpfung von Kunst, Technik und Gesellschaft verschrieben hat. 2003 eröffnete das Museum für moderne und klassische Kunst an der Donau, und im Schlossmuseum Linz lassen sich archäologische Funde nachvollziehen. Neben diversen Theaterhäusern gibt es außerdem mehrere Casinos in Linz, einen herrlichen botanischen Garten, verschiedene Veranstaltungszentren, eine sehenswerte Altstadt und den imposanten Mariendom.

Historische stadtansichten von linz. Bedenkt man also die wechselhafte Geschichte der Stadt, die vor allem stark von der Zeit des Nationalsozialismus beeinflusst wurde, so hat Linz es geschafft, sich durch die Aufarbeitung mit der Vergangenheit davon abzusetzen und zu einer internationalen und spannenden Großstadt anzuwachsen. Nur eine Konstante hat es selbst über Jahrhunderte geschafft zu bestehen: Die traditionelle Linzer Torte gilt nämlich als das älteste bekannte Kuchenrezept der Welt – und schmeckt bis heute unverändert köstlich!